Die in München lebende New Yorker Choreographin MIA LAWRENCE präsentiert zwei neue zusammenhängende Stücke vom 19.-21.2. 2004 im i-camp Theater. Es handelt sich dabei um das Solo One, das getanzt von Natali Radelic als eine 10-minütige Einleitung und Einstimmung zu der darauffolgenden Performance gezeigt wird. Das abendfüllende Stück In A White Room (getanzt von Ludger Lamers) ist eine siebenteilige Installationsperformance, die thematisch um die 7 Chakren, die Energiezentren in unserem Körper, kreist. Am Ende des Abends werden beide Stücke zu einem Ganzen zusammengeführt. Durch Live Video und Sound entstehen in jeder Vorstellung auch improvisierte Elemente.
Wie bereits bei ihrer letzten Produktion Hide and Seek, die in München (Muffathalle) und in New York (Dance Theater Workshop) gezeigt wurde, arbeitet Mia Lawrence wieder mit dem französischen Multimedia-Künstler Jeanluc Ducourt (Licht und Bühne) und dem amerikanischen Komponisten Guy Yarden (Sound Score) zusammen.
Die 7 Abschnitte sind angelehnt an die 7 Energiezentren aus dem Hinduismus; jedes Zentrum entspricht einer bestimmten Farbigkeit und einer Tonfrequenz, aber auch einem bestimmten psychologischen Status des Seins. So durchlebt die Figur verschiedene physische, spirituelle und psychologische Zustände.
Durch zwei Videokameras, die den Performer im Raum verfolgen und durch die Projektion der Livebilder auf zwei aufeinander zulaufende Wände entsteht der Eindruck eine Person befände sich in einem scheinbar endlosen Raum; lebe in einer Welt aus Spiegeln und Projektionen. Wenn die Ton-Vibrationen stärker werden, verkürzen sich die einzelnen Abschnitte. Das letzte Segment beginnt am Nullpunkt: ein weißer Raum, weiße Stühle, ein Darsteller.
Jede Vorstellung von In A White Room + One ist als eine Einladung an die Zuschauer zu verstehen, sich auf eine innere Reise zu begeben oder auch einfach nur zu beobachten und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.
hide and seek
von Mia Lawrence
Muffathalle München,
10. und 11. Dezember 2002
je 20:30 Uhr
Weitere Vorstellungen:
DTW · New York City 2003
Konzept & künstlerische Leitung:
Mia Lawrence
Performer:
Ludger Lamers · Michel Yang · Mia Lawrence
Musik & Sound Design:
Guy Yarden
Lichtdesign & Bühne:
Jeanluc Ducourt
hide and seek ist eine Produktion von Mia Lawrence in Koproduktion mit DTW,
New York und Dans in Kortrijk, Belgien und wird ermöglicht durch die
Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München und der
Muffathalle Betriebs GmbH; gefördert durch den Bayerischen Landesverband für
zeitgenössischen Tanz aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für
Wissenschaft, Forschung und Kunst und den Fonds Darstellende Künste e.V. aus
Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur
und der Medien mit Unterstützung der Salzburg Experimental Academy of Dance
und der Ruf und Cie. GmbH. Eine Tanztendenz München e.V.-Gastproduktion.
Die Performance hide and seek der amerikanischen Choreographin und
Wahl-Münchnerin Mia Lawrence ist eine Collage aus Aktion, Tanz, Sprache und
Live-Musik, inspiriert durch eigene Geschichten und übersetzt in bewegte
Körper. Im Netzwerk der Geschichten agieren Musiker und Tänzer miteinander
und erforschen die Wahrnehmung des Gegenübers und des Selbst. Wie agieren
wir als Spiegel des jeweils anderen, wie sehen wir uns als Reflektion im
anderen wieder?
hide and seek zeigt einen Ausschnitt aus dem Leben
dreier Menschen. Sie sind einsam und manchmal miteinander vereint. Vielleicht sind sie auf einer
Insel? Von ihrem momentanen Ort versucht jeder einen Weg zurück zu finden -
jeder auf seine eigene Weise. Der eine aktiv, fordernd, immer in Bewegung;
der andere eher passiv, abwartend; der Dritte unentschlossen,
zurückblickend. Sie teilen ihre eigenen Geschichten und Geheimnisse
miteinander. Manchmal verstecken sie sich voreinander, manchmal lassen sie
die Nähe des jeweils Anderen zu. Ihre Beziehungen zueinander, ihre
Vergangenheit und Zukunft, ihre Wünsche und Träume sind für immer
miteinander verwoben.
Das Besondere an Mia Lawrence Arbeiten der letzten Jahre ist ihr
konsequenter Umgang mit Sprache und Tanz. Erstmalig eingesetzt in ihren
zahlreichen Solostücken entwickelt Lawrence ihre eigene Ausdrucksweise durch
die Verquickung der voneinander unabhängig existierenden Elemente Text und
Bewegung. Der tanzende Körper wird durch den Einsatz von Sprache und Aktion
in einen neuen, sich kontinuierlich verändernden Kontext gesetzt. Fragmente
aus Geschichten und Bildern fordern den Zuschauer auf, sich dem Strom
hinzugeben und seine jeweils eigenen Geschichten zu erforschen. In enger
Zusammenarbeit mit renommierten Licht-, Soundkünstlern und Tänzern
entwickelt Lawrence hier eine einfühlsame Arbeit über das Mensch-Sein.